Sonntag, 18. Juni 2017

Wenn die Apokalypse ausbleibt


So und da bin ich wieder! Es ist tatsächlich der Fall eingetreten, dass beide Kinder friedlich schlummern und dafür nicht herumgetragen oder gestillt werden müssen. Es ist Sonntag. Mittagsschlafzeit:
-          Ich hatte nahezu ausreichend Nachtschlaf (super geil, ne?)
-          War mit den Kindern um den See spazieren
-          Habe bereits den Mittagstisch abgeräumt, abgewaschen und Mathilds Platz gereinigt
-          Spargel geschält (ganz futuristisch in diesem Internet käuflich erworben)
-          Und den Rest des Abendessens vorbereitet
Ihr seht, es läuft. Ich stecke zwar gewaltig im Hausfrauenmodus, aber es kommen wieder bessere Zeiten. So ist das wohl! 
Papa und der Drachen
(Dies ist kein Suchbild! Weder ich, noch irgendeine
Schwiegermutti verstecken sich auf diesem Bild!)

Die Zwei-Kinder-Apokalypse ist noch immer nicht eingetreten und wir frönen einen locker-lustigen Alltag. Nun ist auch der Pool schon geöffnet und unser Lebensmittelpunkt wird sich wohl vom Spielplatz dorthin verlagern. Der Sommer ist allerdings bisweilen noch sehr in der Bringschuld. Die letzten Tage waren zwar bissl wärmer doch grad ists wieder frostiger und vor allem ultra windig. Alle meine neu entstandenen Falten waren zwar wie weggepustet und Mathild brauchte keine Zöpfe, weil eh alle Haare straff nach hinten standen, aber mit meinem monströsen Doppelkinderwaagen bin ich kaum vorwärts gekommen. Doch beim Drachen steigen lassen war ich weltklasse…gut, und der Stefan auch! 😊



 
Ansonsten ist natürlich seit unserer Rückkehr einiges passiert. Wir haben beispielsweise einen flinken Trip nach Shenyang (ihr erinnert euch: Die IKEA-Stadt) unternommen, um dort Carlas Geburtsurkunden, ihren Reisepass und einen neuen Reisepass für Mathild zu beantragen. 



"Fahrstuhlknopf"
Holla war ich vielleicht geflasht von der Fahrstuhlanlage dort. Alter Verwalter (Wortwitz aus gegebenem Anlass) ist das durchdacht. Es gibt erst einmal zwei Fahrstuhlanlaufstellen. Eine Sorte für die ersten und die andere für die oberen Etagen. Man gebe auf der Apparatur die Wunschetage ein und schon kanns losgehen. Fahrstühle sind in China nämlich eine ganz tolle Einrichtung, um Leute kennenzulernen, sich ein bisschen näher zu kommen und vor allem viel, viel Zeit tot zu schlagen. Üblicherweise wird jede Etage angesteuert und es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Dies ist weniger dem System geschuldet, als dem Mangel an entsprechenden Transportmitteln bei gewaltigem Bedarf. Das lustige Völkchen hier vermeidet nämlich gern Treppen. Bei der Anstrengung per pedes hab ich noch ein Fünkchen Verständnis, aber Rolltreppen?



 

Besonders deutlich wird das, wenn Kinder im Spiel sind. Als eines von Mathilds zahlreichen Hobbys würde ich Rolltreppe fahren (fahren?) bezeichnen. Schon seit sie stehen kann, muss sie diesen Vorgang selbst vollziehen. Bislang erfolgreich. Doch für Mitreisende ist der Nervenkitzel kaum auszuhalten. „慢慢 = Màn man!“ (langsam) wird mir als guter Rat aus allen Himmelsrichtungen zugerufen. Leben am Limit.
 
Nunja, zurück zum Anlass unserer Reise:
Meine Güte bin ich froh, dass ich das alles nicht vorbereiten musste. Das deutsche Konsulat dort brauchte nicht nur sämtliche Unterlagen unseres bisherigen Daseins sondern auch eine persönliche Vorstellung aller Beteiligten, inkl. Mathild! Ich saß auf einer der Wartestühle und habe gerade Carla gestillt. Keine 5 Meter entfernt vom Ort des Geschehens. Doch auch ich musste nochmal flugs durchs Fenster winken. Trotzdem hat letztlich alles easy geklappt. Wir sind in der Früh alle in den Zug gestiegen, bissl mehr als eine Stunde gefahren und gefrühstückt (gehört sich ja hier so), am Bahnhof über diese Kinderstillecke gestaunt, hurtig mit der U-Bahn zum Ziel, abgrüßen, alles abgeben, kurz bei einem Kaffee auf die Ausstellung warten und schon mit dem Taxi schnell zum IKEA brausen. Ziel war die Köttbullarschlange! Haken dran! 

Kleines Zelt zum Stillen mitten in der Wartehalle
mit "ruhendem" Papa davor
Also ab wieder zum Bahnhof und mit dem Schnellzug 300km zurück und pünktlich zum Abendessen wieder am heimischen Tisch sitzen. Läuft doch. Aus irgendeinem Grund konnten wir Mathilds Reisepass nicht gleich abholen, weil die netten Herrn Beamten zunächst ein OK aus Ingolstadt einholen mussten. Hier wurde nämlich der alte Reisepass ausgestellt. Gut, dass Changchun gerade so fruchtbar ist und immerzu jemand hin muss, um neue Erdenbürger anzumelden. Vollmacht ausfüllen und ab die Post…

A propos neue Erdenbürger: Nun hatte auch Carla endlich ihre Pullerparty im ausreichend großen Rahmen. Kollegen und Freunde wurden zu gegrilltem Lamm und anderen mongolischen Köstlichkeiten eingeladen, um fröhlich die gelungene Fortpflanzung zu zelebrieren. Ein wirklich schöner Abend, wenn auch sehr kurz auf Grund akuter Kindermüdigkeit.

Erdbeeren soweit das Auge reicht



Dann haben wir noch ganz deutsch wie wir sind eine Erdbeerplantage ausfindig machen können und besucht. Über zwei Kilo für über 50€. Kann man mal machen. Nunja, immerhin wird ja eine unbehandelte Ernte versprochen. 

Ziemlich planlos sind wir auf besagtem Hof angekommen und einfach mal in einem der Gebäude einen Jungen angesprochen. Und zack! Treffer! Mutti kommt, hat gleich eine Schüssel dabei und zeigt uns besagtes Gewächshaus. Das Gelände ist wohl am besten mit: „unter aller Sau“ zu beschreiben, aber die große Pflanzensauna war nett arrangiert und ansprechend. 


 
Doch in der Tat, die Arbeit hat sich gelohnt. In Summe haben wir höchstens 10 Reihen oberflächlich abgesucht und nur die wirklich schönsten Erdbeeren genommen. Derweil hat Carla in ihrer Schale am Wegesrand von Erdbeertorte geträumt und Mathild wurde von der chinesischen Mutti betreut und mit reichlich kostenlosen Erdbeeren versorgt. 😝
Also alles in allem ein munterer Ausflug der etwas anderen Art, denn sowas hatten wir bisher noch nicht einmal in Deutschland gemacht.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Es ist vollbracht



Ja in der Tat, wir haben es geschafft. ICH habe es geschafft! Mein lieber Herr Gesangsverein war das alles in allem eine aufregende Zeit. Ach was sag ich da? Vermutlich beginnt die ganze Aufregung gerade erst 😊

Geboren ist die kleine Carla Louise (gesprochen: Luis) Simon am 23.4.2017 um 16:06Uhr mit 3800g und 52cm im Beijing United Family Hospital. Sie kam zwar 8 Tage verspätet, hat sich dafür aber ein cooles Datum ausgesucht -234-. Da wir ja damit gerechnet hatten, dass sie eher zu früh kommt, haben wir tatsächlich etwa 4 Wochen wartend in Peking verbracht…und es tat sich so gar nichts. Ich meine partout nichts. In Worten: Null Komma nix. Ich konnte auch überhaupt nichts abschätzen, doch das war schon bei Mathild der Fall. Von 0 auf 100 in unter 24 Stunden. Ich wollte noch fix zum Schuhe kaufen auf den Pearlmarket und dann darfs gern losgehen.

Und so ist es auch geschehen. Schon auf dem Rückweg vom Markt setzte ein ominöses Ziehen ein. Something is happening! Na wer sagts denn? Also wieder fix nach Hause, letzte Vorbereitungen treffen, Familie und Freunde in Angst und Schrecken versetzen, bissl schlafen und erholen und dann ging es am nächsten Morgen nach einer ausführlichen Duschung um 7Uhr auch schon ins Krankenhaus. Die Wehen waren schon sehr knapp hintereinander und ich wollte auch nicht so elendich zu Haus vor mich hin wehen. Also an der Rezeption nach einem Taxi gefragt und mit Ehemann und Krankenhaustasche ab die Post. 
Meine größte Sorge war also unbegründet, denn sonntags früh um 7Uhr ist die Straße frei und die Fahrer willig. Also, wie geplant, ab in die Notaufnahme und rauf zum Kreißsaal. Hier wurde ich schon freundlich erwartet. Abwechselnd konnte ich im Stehen, Sitzen, Hocken oder sonst wie dieser schmerzvollen Phase begegnen. So quälten wir uns (ja, der Stefan, mein kleiner Trabant, musste mir stets folgen und den Rücken massieren, wenn wieder eine Wehe kam) etwa 3Stunden, bis mich die Hebamme erneut fragte, ob ich eine PDA wolle und ich zustimmte. „Nearly all“ der Gebärenden nehmen diesen anästhetischen Service in Anspruch und nun auch ich. 

Der Anästhesist kam keine 5 Minuten später (hat der möglicherweise schon gelauert?) ins Zimmer. Besonders entspannt sah der nette chinesische Arzt nicht aus. Schön ist es auch, wenn jemand im Begriff ist sehr präzise eine riesige Nadel in Patientenrücken zu stechen und ein unübersehbares Fingerzittern aufweist. Doch seine Handgriffe hat er wiederholt kontrolliert und alle Utensilien überaus gründlich vorbereitet. Ob ich das nun gut finde oder nicht, frag ich mich in der Tat erst jetzt… Vielleicht war ich ja seine erste Patientin? Egal, er hat seinen Job letztlich gut gemacht. Ich durfte meinen wuchtigen Körper auf die Seite rollen, Beine anziehen und abwarten. Kurze Betäubung bevor die große Nadel kommt, nochmal stillhalten und fertig. Anschließend wurde ich noch mit Kreppband mumifiziert, um auch ja jegliches Verrutschen auszuschließen. Als er seine sieben Sachen weggeräumt hatte, war ich auch schon betäubt. Nicht nur, dass das Zeug eine Art Grunddosierung hat, ich hatte auch einen formschönen Drücker ausgehändigt bekommen, der mir ermöglichte die Betäubung selbst zu rationieren. Im Parkinsonmodus hab ich erstmal die volle Dosis genossen und zum Ende hin selbst rationiert, um wieder bissl Gefühl in meinem Körper zu erlangen.
Man merkt schon noch die Wehen, aber eher wie durch ein Kissen – ist defintiv auszuhalten. Aufstehen war natürlich keine Option mehr, aber gut, ich hatte eh einen Katheter bekommen und nun kommts: während der restlichen Eröffnungsphase einen Film auf dem Handy geschaut. Die letzten Minuten vor dem großen Sturm zu zweit mit Cola und Popcorn genießen – doch die waren leider nicht erhältlich im Krankenhausshop😊
 
Leider hat die PDA auch die Wehen etwas beeinflusst, sodass mein Fortschritt die Hebamme nicht ganz glücklich machte. Also wurde auch Carlas Fruchtblase angepiekst und siehe da: auf geht’s. Und zwar gewaltig! Kurze Zeit darauf erschien die nette Dame erneut und verkündete: „it’s ready now“! Wie bitte? Was hat sich verändert? Dafür fehlte mir nun ein bisschen das Gefühl, was ich als einzigen negativen Aspekt gesehen habe. Egal. Ich wurde komplett steril in Tücher gehüllt, Beine aufrichten und von jetzt auf gleich pressen. 27 Minuten und schon hatte ich eine kleine Mini-Mathild auf der Brust! Was für ein schönes Déjà-vu!

So, dann appi kalappi das Kind gecheckt, Mutti inspiziert, Klarschiff machen und alle bezahlten Kräfte verließen innert 30 Minuten ihren Einsatzort und wir hatten viel, viel Ruhe. Fast schon ein bisschen zu viel! Nach ca. 3 Stunden hat dann Stefan mal nachgefragt, ob überhaupt noch eine Verlegung auf die Wochenbettstation angedacht ist. Mir wurde es nämlich dann doch bissl langweilig…Durch die PDA war ich nämlich ruck zuck wieder fit, Carla wollte ja nur schlafen und Film gucken, war irgendwie unangebracht. So durfte ich dann mein Plunder einsammeln und samt Kind hochgehen und mein neues Zimmer beziehen. Hier blieb ich bis Dienstag. Um vor allem noch ein bisschen die Ruhe zu Zweit zu genießen. Schließlich wurde ich im Krankenhaus tatsächlich behandelt wie in einem Hotel. Das Personal war sehr rücksichtsvoll, diskret und vor allem freundlich. Da kann so manche Einrichtung in Deutschland noch neidisch werden. Ich jedenfalls war vollumfänglich glücklich mit allem 😊

Da geht einem doch das Mutterherz auf
Zu Hause wartete neben einem Glas Sekt ein riiiiiiiiesiger Blumenstrauß und ein lebendiger Alltag auf mich. Man glaubt es kaum, aber deswegen bin ich schon früher nach Haus. Die kleine Wundertüte hat mir gefehlt und auch prompt alles wieder auf den Kopf gestellt vor Aufregung -herrlich!
(A propos Wundertüten: also Stillen ist ja noch immer so eine Kunst, deren Ausführung so gar nicht meine Stärke ist. Die erste Woche war der Horror. Zwei riesige, heiße Bomben, die aber dennoch das Kind nicht sättigen… So hab ich angefangen bissl Milch zuzufüttern. Über kurz oder lang hab ich wirklich alle Optionen versucht diesen Prozess bissl in Wallung zu bringen (Pumpen, Bockshornklee, Malzbier, …), aber was solls, nix zu machen.)

Parallel hat der Stefan einen Leihroller geschnappt und ist in Peking alle administrativen Wege gegangen. Es hieß zunächst die chinesische Geburtsurkunde zu übersetzen, zu beglaubigen und zu legalisieren (glaub ich) und dann den Wust noch zur Botschaft zu schaffen, um einen Pass zu beantragen. Doch hier war der Haken. Während die ersten Schritte problemlos fast in einer Woche erledigt waren, nahm sich die Botschaft zwei Wochen!  Zeit, um überhaupt erstmal einen Termin zu vergeben. 
Die Reisegruppe kehrt zurück
So haben wir nur noch fix die ersten Fotos auf Empfehlung bei einem sündhaft teuren Fotografen machen lassen >und stark bereut< und sind doch schon etwas früher wieder nach Changchun abgereist, hatten Oma im Schlepptau und damit eine wirklich, wirklich gemütliche Fahrt. Im Großen und Ganzen hab ich eh den Eindruck, dass die Benutzung von Verkehrsmitteln immer friedlicher wird, je älter Mathild ist. Sie schaut sich ein Buch an, bestaunt alle Krane und Züge in der Landschaft, isst oder kaspert mit ihren Sitznachbarn. 


Endlich zu Hause!!!

Eine entspannte Woche mit Oma als Hilfe lag vor uns -und die war auch nötig. Mensch was hab ich das genossen nicht abwaschen zu müssen, den Herd links liegen zu lassen und vor allem nicht rund um die Uhr den großen Wirbelwind zu bespaßen. In Peking hab ich die ersten beiden Tage tatsächlich im „Wochenbett“ verbringen können und auch zu Hause musste ich mein „Nest“ kaum verlassen. Genuss pur! 😊
So lief mein Alltag also erst allmählich an. Erst musste Stefan wieder arbeiten (nach 15 Tagen parental holidays) und dann musste Mutti wieder zurück ins Land der Frühaufsteher. Und wers glaubt oder nicht, es klappt erstaunlich gut! Carla schläft ja noch immer viel, trinkt bissl zu langsam, hat aber eh meistens Bedarf, wenn Mathild sowieso schläft oder beschäftigt ist. Ich könnte eine geringfügige Menge mehr Schlaf bekommen, aber das ist echt nicht der Rede wert. Und sind wir auf dem Spielplatz, hab ich in komplizierten Aufmerksamkeitssituationen immer Hilfe erhalten. Mal findet sich jemand für Carla oder Mathild spielt unter Aufsicht einer anderen Mutti weiter. Das ist in der Tat der aller-, allergrößte Vorteil hier im Dorf! Auch hat sich Mathild wirklich zu einer großartigen und fürsorglich großen Schwester entwickelt. Irre, die kleine Dame ist jetzt schon die Große! Sie geht sehr achtsam mit Carla um und versteht tatsächlich hin und wieder, was ich mir denke. Erstaunlich! Auch das sprechen kommt so langsam in Fahrt, was natürlich unsere Kommunikation erheblich erleichtert. Eine Kiwi wird zu WiFi (hat ja auch kein Kabel), „pieksen“ steht für Gabel und “Pfeife“ meint Hände waschen (Seife). Ziemlich cool und erfrischend einleuchtend 😊


Und damit verabschiede ich mich erst einmal wieder in den Alltag. Dieser Post hat sage und schreibe 7 Anläufe gebraucht, um vollendet zu werden.

Sonntag, 16. April 2017

Der Countdown läuft ...weiter und weiter



Nichts Neues an der Bauchfront!
Das Baby ist noch immer drin und freut sich durch die pekinger Landschaft geschaukelt zu werden. Beklagen kann ich mich allerdings auch nicht. Im Großen und Ganzen geht’s mir noch super und alles, was auch nur im Entferntesten anstrengend werden könnte, nimmt mir Mutti ab. Eine ganz traumhafte Situation. Wenn auch auf engstem Raum hier im Hotel und unter erschwerten Bedingungen durch schlechte Luftverhältnisse und einem Kind, was völlig aus dem gewohnten Rhythmus ist. Vergesst die ganze, bisherige Prahlerei meinerseits. Madame kommt abends nun gern nochmal aus ihrem Bettchen gekrabbelt und terrorisiert alle mit erfrischender Laune, macht nur noch ein Stündchen Mittagsschlaf oder fragt um 4:00Uhr nachts schon nach dem Milchfläschchen, um dieses dann zufrieden bei uns im Bett zu trinken. 
Es grüßen lässig: drei Generationen :)
Was für eine komplizierte Situation: Noch ein bisschen nachgeben, weil sie ja aktuell noch Einzelkind ist oder schon einmal auf den Ernst des Lebens mit Schwester vorbereiten? Mensch, Mensch, Mensch…und das ist erst der Anfang!
Doch was solls, es kommt wies kommt -oder eben auch nicht. Gestern war überhaupt der erste Tag, an dem ich das Gefühl hatte, dass da überhaupt mal ein Baby rauskommen soll. Also zu früh kommt die Lady auf jeden Fall nicht 😊

Hier ist im Übrigen schon fröhlich Frühling -T-Shirt-Wetter- wir haben einen ruhigen Alltag und erfreuen uns an den kleinen Dingen wie diesem seltenen Exemplar einer Mülltrennungsfront bei uns im Compund.
Was für ein wundervoller Anblick!

Der Block muss überwiegend von wohlhabenden Chinesen bewohnt werden und wird auch entsprechend gepflegt. Wirklich ganz idyllisch wie die Omas, Opas, Ayis und gelegen
tlich auch Mamas und Papas(!) mit den Kindern durch den kleinen Park schlendern oder auf dem Spielplatz turnen. Hier und da ein Hund mit niedlichen Schühchen oder eine Fotosession unter blühenden Bäumen. Überhaupt ist der Spielplatz eine Bereicherung. Angrenzend befindet sich ein zweisprachiger Kindergarten, der von Kindern jeglicher Couleur besucht wird. Ganz entzückendes Schauspiel wie doch alle Kinder dieser Welt die gleichen Verhaltensweisen zeigen.
Natürlich hat sich Mathild den Verrücktesten unter allen zum Freund ausgesucht und kaspert mit diesem rollend, quiekend oder wahlweise auch kriechend zwischen Rutschen und Klettergerüsten herum. Einer gemeinsamen Sprache bedarf es gar nicht.

Die Saison ist eröffnet

Stefan geht fleißig jeden Tag in die Arbeit und bei uns ist eingetreten, was keiner gedacht hätte: wir haben hier tatsächlich schon eine gute Orientierung (Ja, auch Mutti!) und bisher alles bekommen, was auf der Wunschliste stand. INKLUSIVE SPARGEL UND SAUCE HOLLONDAISE! Das Leben kann so schön sein 😊 Im Ernst, in Peking gibt es wirklich nahezu alles. Bei unseren bisherigen Besuchen war mir das noch gar nicht so aufgefallen, aber mittlerweile lässt das Angebot keine Wünsche offen. Eszett Schnitten, Nachodip, Grieß und sogar eine leckere Sorte Schokomüsli. Prinzenrolle werd ich auch noch finden. 






...wenn man nur wüsste wie dieses Getier zuzubereiten ist
Dieser Markt ist einfach erstaunlich und so gar kein Vergleich zu dem schmutzigen und merkwürdig riechenden in Changchun! Die Verkäufer freuen sich regelrecht einen wiederzusehen und es herrscht rund um die Uhr ein reges Treiben, was ich bisweilen mit Mathild etwas mühsam finde, aber gut -meine Sorge. Allein das Angebot an Fisch, Muscheln und Krabben aller Art ist der Kracher! Soetwas hab ich wirklich noch nirgends gesehen. Erst recht nicht in CC, wo sich der ein oder andere vielleicht noch an die Story mit unserem ersten Weihnachtskarpfen erinnert... 
Tatsächlich ansehnliches Gemüse und Obst sowieso, aber eben auch Gewürze aus aller Welt, Tees und allerhand Milch- und Käseprodukte. Dieses perfekte Angebot in Kombination mit Muttis unbändigem Kochwillen, sind einfach eine wunderbare Grundlage zum Wohlfühlen. 
Damit ist auch gleich der aktuelle
Bauchumfang präsent




Bisher haben wir aber alle Aspekte unserer To-Do-Liste gut erfüllen können. Osterstrauß samt Schmuck hinstellen, bunte Eier färben und eine ausreichende Menge Schokohasen essen.













China wie es leibt und lebt

Auch im IKEA waren wir tatsächlich schon -zusammen mit dem Rest der pekinger Bevölkerung. Es ist Wahnsinn wie viele Menschen in so ein Geschäft und erst Recht ins Restaurant passen und sich miteinander arrangieren können. Oft gibt es ja in China ein egoistisches Gedrängel und Geschiebe, aber an diesem Ort ging es erstaunlich harmonisch zu. Ich finds auch wirklich üüüüüberhaupt nicht störend, wenn schon eine Familie neben mir am Tisch wartet, während ich mir den ersten Köttbullar mit Marmelade in den Mund schiebe. Sie hatten allerdings auch keine andere Wahl.

Ein bisschen ruhiger ging es da schon im Pearlmarket zu. Seit vielen, vielen Pekingbesuchen stand das ja auf meiner Agenda und nun war es endlich soweit. Ach hey, was für ein sauberer und übersichtlicher Markt (Leider hab ich völlig vergessen Bilder zu schießen)! Auf fünf Etagen ist, bis auf Lebensmittel, alles zu finden. Angefangen von Elektronik in allen Facetten, Kinderspielzeug, Tüchern, Gürteln und allen Sorten und Arten von Kleidung, Taschen und Schuhen. Ich denke überwiegend bis ausschließlich Fakeartikel, allerdings einer ganz ansehnlichen Qualität und Fülle. Derart aufdringliche Verkäufer sind mir bisher noch nicht so oft in China begegnet. Ganz wie auf dem türkischen Basar, auch mal wieder erfrischend 😊
Es gibt hier also nicht nur so Trantüten, wie diesen entspannten Parkplatzwächter hier:
Der weiß bis heut nicht, dass ich ein Bild gemacht hab
Weiter oben kam dann endlich der Schmuck. Auch in einer herrlichen Vielfalt: Ringe, Ketten, Armbänder, Haarschmuck. Erst nur der billige Kram aus Glas oder Plastik und weiter oben wirkte alles sehr viel hochwertiger. Im Großen und Ganzen war also wirklich für jedes Ansinnen oder Bedürfnis etwas dabei.

Nun müsste nur noch der Nachwuchs kommen. Grundsätzlich würde ich ja eine Geburt am Wochenende begrüßen, einfach weil der Verkehr dann etwas ruhiger ist. Meine größte Sorge: erst ewig kein Taxi bekommen und dann in so einer alten Kiste mit rauchendem Fahrer entbinden. Oder noch schlimmer: Die Fruchtblase platzt im Taxi und er lässt mich kurzerhand am Straßenrand aussteigen und überlässt mich meinem Schicksal. Oh Gott!!!!

Auch heute melde ich mich erst einmal wieder bis auf Weiteres ab und verbleibe mit österlichen Grüßen 😊